Dipl.-Psych. Katharina Obens

Dipl.-Psych. Katharina ObensCurriculum VitaePublikationen
Research Fellow an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg – Human Dynamics Centre der Fakultät für Humanwissenschaften

Doktorandin im Fachbereich Psychologie an der Universität Bayreuth

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Pädagogik bei Verhaltensstörungen
Humanwissenschaftliche Fakultät
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Wittelsbacherplatz 1
Raum 02.119
D – 97074 Würzburg
Telefon: 0931 / 31- 81847

http://www.sonderpaedagogik-v.uni-wuerzburg.de/team/katharina_obens/

E-Mail: katharina.obens@uni-wuerzburg.de

Forschungsschwerpunkte

  • Emotionen und historisches Lernen im Zeitzeugengespräch
  • Terrorangst, Resilienz und Vulnerabilität
  • Sozialpsychologische Emotionsforschung
  • Didaktische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus
  • Historisch-politische Bildung und Menschenrechtspädagogik
  • Empirische Museumsforschung und Entwicklung von Vermittlungsangeboten für Museen
  • Psychoanalytische Traumaforschung und NS-Zeitzeugen

Beitrag zur Research Group

Meine durch ein Stipendium des Human Dynamics Centre der Fakultät für Humanwissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg geförderte Studie siedelt sich am Konnex Demokratieentwicklung und Resilienz-, bzw. Vulnerabilitätsforschung an und beschäftigt sich mit kollektiver Terrorangst und Möglichkeiten ihrer pädagogischen Begegnung. Das Projekt schließt an (individual-)psychologische Forschungen an, die eine Zunahme von Depression und Angststörungen (u.a. Kleinberg 2004, Krastel et al. 2009, Raviv et al. 2000) nach Terrorattacken feststellten und jene auch in Verbindung u.a. mit xenophoben Einstellungen oder sozialer Intoleranz bringen (u.a. Fritsche 2009).

Es soll (a) eine sozialpsychologische Metastudie zum Themenkomplex Terrorangst verfasst, (b) vier bereits seit Jahren erfolgreich praktizierte israelische Resilienz-Programme analysiert und (c) ein Resilienz-Programm für Multiplikator*innen in Deutschland erarbeitet werden. Ziel ist es, durch evidenzbasierte Entwicklung eines Resilienz-Programms Multiplikator*innen aus Schulen, Stadtteilarbeit, Sozialarbeit etc. in ihrer Fähigkeit der Emotionsmediation in Konfliktsituationen zum Thema Terrorangst weiterzubilden.

Dazu wird die These verfolgt, dass es einer kritischen Revision des Begriffs der Resilienz im Kontext der Demokratieförderung bedarf, die den konstruierten Gegensatzes von Resilienz und Vulnerabilität in Frage stellt. Denn stark ist nicht wer sich „unverwundbar“ macht. Stark ist, wer sich trotz der Gefahr von Verletzungen weiter offen zeigt.

Leitend sind demnach Forschungsfragen wie: Wie kann man kollektive Terrorangst systematisch betrachten und jene Überlegungen auch für die Didaktik nutzbar machen? Welche gesellschaftlichen und individuellen Faktoren lassen Menschen so „mutig“ sein, dass sie sich selbst auch verletzlich (vulnerabel) machen? Wie vulnerabel muss bzw. darf das Individuum und die Gesellschaft sein?“

  • Seit 2017: Research Fellow zum Thema „Resilient gegen Terrorangst? Eine sozialpsychologische Studie zu kollektiver Terrorangst und ihrer pädagogischen Begegnung“
  • Seit 2017: Mitarbeit in der transdisziplinären Research Group Vulnerabilität, Sicherheit und Resilienz
  • Seit 2013: Promotion bei Prof. Carlos Kölbl (Lehrstuhl für Psychologie an der Universität Bayreuth)
  • 2012 – 2013: Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Jüdischem Museum Berlin, Abteilung Besucherforschung
  • 2009 – 2014: Lehrbeauftragte an der Freien Universität Berlin, Center für Digitale Systeme (CeDiS)
  • SoSe 2008 bis WS 2010/2011: Lehrbeauftragte an der Freien Universität Berlin, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften (Erwachsenenbildung)
  • 2007: Diplom der Psychologie an der Freien Universität Berlin, Note: sehr gut

Studium

  • 1999 – 2007: Studium der Psychologie an der Freien Universität Berlin
  • 1997 – 1999: Studium der Humanmedizin an der Universität Hamburg

 Stipendien

  • Inhaberin des HDC-Forschungsstipendiums zum Themenkomplex: Kollektive Angst und Unsicherheit
  • Promotionsförderung durch die Hans-Böckler-Stiftung

 Mitgliedschaften

  • Seit 2016: Bundesverband der Deutschen Kinder- und Jugendmuseen
  • Seit 2015: Association of European Jewish Museums (AEJM)
  • Seit 2010: Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS), Sektion Biographieforschung
  • Seit 1993: Auschwitz-Komitee in der BRD e.V. (Beiratsmitglied)

Publikationen (Auswahl)

  • Emotions and Historical Learning with Survivor Testimonies, in: Nicolas Apostolopoulos/ Michele Barricelli/Gertrud Koch, Preserving Survivors‘ Memories Digital Testimony Collections about Nazi Persecution: History, Education and Media, Berlin: Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ 2016, S. 119–132.
  • Täterinnenbilder: Geschlecht und Emotion in der Rezeption von Zeitzeug_innen-Erzählungen durch Schüler_innen, in: Andreas Hechler/Olaf Stuve (Hrsg.), Geschlechterreflektiert gegen Rechts bilden!, Verlag Barbara Budrich 2015, S. 303–324.
  • Zeitzeugengespräche mit NS-Überlebenden als Begegnungspädagogik und Möglichkeit historisch-politischen Lernens, in: Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg & Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen, Ortsbegehung, Erfahrungen und Ergebnisse zur lokalen Auseinandersetzung mit Shoah und Täterschaft, Talheimer 2014, S. 77–98.
  • Generation der Scham? – Eine Reanalyse sozialwissenschaftlicher Forschung zu Schuld- und Schamgefühlen in der 3. Generation der Täter- und Mitläufer/innen, in: Scham und Schuld. Geschlechter(sub)texte der Shoah, Reihe Gendercodes, Transkriptionen zwischen Wissen und Geschlecht, Bielefeld: transcript Verlag 2010, S. 39–60.
  • `Dann sind wir ja auch die letzte Generation, die davon profitieren kann´. Ergebnisse einer empirischen Mikrostudie zur Rezeption von Gesprächen mit Zeitzeugen/innen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, in: Projekt kunst – raum – erinnerung, Bildungsverbund für die Internationale Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen 2010.