Dipl. Rel.Päd. Mary Hallay-Witte

Dipl. Rel.Päd. Mary Hallay-WitteCurriculum VitaePublikationen

Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Medical School Hamburg ( MSH)

Department Family, Child and Social Work

https://www.arts-and-social-change.de/ueber-uns/

Forschungsschwerpunkte

Seit 2010 habe ich mich in dem Aufbau der  Prävention & Intervention in kirchlichen Einrichtungen des Erzbistums Hamburg engagiert. Ziel ist es, jede Form von sexualisierter Gewalt zu verhindern und Betroffenen angemessene Hilfe anzubieten. Dabei geht es um wirksame Schutzmaßnahmen in allen kirchlichen Einrichtungen. Damit verbunden ist der Wunsch, Vorurteilen und Fehleinschätzungen zu sexualisierter Gewalt entgegen zu wirken, um eine differenzierte Sicht zu ermöglichen. Ein entscheidender Auftrag ist es, die Tabuisierung, das Schweigen und die Sprachlosigkeit zu überwinden, die Täter und Täterinnen in der Vergangenheit so lange geschützt haben.

Beitrag zur Research Group

Es scheint ein Paradox zu sein, dass eine Organisation, eine Institution, in der Kinder und Jugendliche zu Schaden gekommen sind, sich selbst als traumatisiert bezeichnet und als verwundbar erlebt. Es sind die Menschen selbst, die in ihren inneren Zuständen innerhalb der Organisation agieren und nach außen ein Bild entstehen lassen, die Organisation an sich wäre traumatisiert, obwohl in ihr selbst Kinder und Jugendliche vielfältige Formen von Gewalt erlebt haben.
Auf der Grundlage meiner vielfältigen Praxiserfahrungen in kirchlichen Einrichtungen und in der Begleitung des Aufarbeitungsprozesses der katholischen Kirche möchte ich einen Forschungsbeitrag zu folgendem Aspekt leisten:  

Traumatisierungen von sozialen Systemen durch Fälle sexualisierter Gewalt 

Ausgehend von dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand zur Entstehung und Verarbeitung von Traumata auf der personalen Ebene und wie sich Traumata über Genrationen hinweg in einer Familie, einem System, z.B. in einer Institution zeigen können, möchte ich der Frage nachgehen:  Was bedeutet es für die Menschen, die im Kontext einer Institution zwar nicht unmittelbar selbst ein Trauma erfahren, aber von der Aufdeckung eines sexuellen Missbrauchs oder anderer Formen der Gewalt (strukturelle Gewalt, Mobbing)  gegen Schutzbefohlene betroffen sind? Kann man von einer traumatisierten Institution sprechen, wenn in dieser selbst Menschen zu Schaden gekommen sind?  Was heißt Trauma auf der institutionellen Ebene?“

Abschlüsse

  • Diplom Religionspädagogin ( Kath. Hochschule, NRW, Paderborn)
  • Systemische Therapeutin für Familien, Paare und Einzelne (DGSF)

Berufliche Tätigkeit

  • 2010 -2018 Geschäftsführung Fachstelle Kinder- und Jugendschutz/ Präventionsbeauftragte Erzbistum Hamburg
  • Seit 2008     Systemische Therapeutin für Familien, Paare und Einzelne (DGSF)
  • 2005-2010  Referentin Abteilung Bildung, Erzbistum Hamburg
  • 1995-2005  Gemeindereferentin, Erzbistum Hamburg
  • 1990-1994  Studium der Religionspädagogik Katholische Hochschule NRW, Paderborn

Lehraufträge

  • WS 2017/2018 Lehrbeauftragte Medical School Hamburg
  • Professionelles Handeln, Gemeinwesen, Gruppen und Sozialraum, Konzepte und Arbeitsmethoden
Auswahlbibliographie:

  • Hallay-Witte, Mary/Janssen, Bettina (Hg.): Schweigebruch – Vom sexuellen Missbrauch zur institutionellen Prävention. Eine perspektivische Dokumentation der Lern- und Entwicklungsprozesse der katholischen Kirche in Deutschland. Freiburg: Herder-Verlag 2016. ISBN-13: 9783451348365
  • Fachstelle Kinder- und Jugendschutze (Hg.): Arbeitshilfe Hinsehen – Handeln- Schützen, Prävention im Erzbistum Hamburg, Hamburg, Stabstelle Medien 2018

Artikel

  • Andreas Zimmer, Mary Hallay-Witte, Jean Ehret: Konferenz über kirchliche Präventionsarbeit in Luxemburg und Trier: Europäische Perspektive einnehmen und Vernetzung fördern
  • ET-Studies – Journal of the European Society for Catholic Theology 7/2 (2016) S. 359-368
  •  Mary Hallay-Witte: Angefeindet – Einsatz für den Schutz der Schwächsten. In: Jesuiten 2016/03
  •  Mary Hallay-Witte, Bettina Janssen: Forum: 5 Jahre danach. Der lange Weg des Perspektivenwechsels im Skandal des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. In: Lebendige Seelsorge 1/2015, S. 65-70
  • Mary Hallay-Witte: Neue Wege aus der Krise? Amerikanische Erfahrungen mit der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs als Ermutigung und wertvolle Ressource für die deutsche Kirche. In: Lebendige Seelsorge  6/2010, S. 415-419